Vita

Der 1985 geborene Countertenor Ben Boresch begann seine musikalische Ausbildung an der Musikschule Dortmund in den Fächern Gesang. Akkordeon, Klavier und Musiktheorie. Er war Mitglied der Chorakademie Dortmund, wo er Erfahrungen bei Konzerten und im Opernhaus Dortmund in chorischer, als auch in solistischer Position machte.

 

2006 begann er sein Studium an der HMT "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig im Studiengang Musiktheater bei Professor Friedemann Röhlig als Bariton. 2009 entschied er sich zu einem Fachwechsel zum Countertenor, setzte sein Studium bei Dr. Marek Rzepka fort und schloss es 2012 mit Diplom ab. Anschließend studierte er an der HFK Bremen bei Peter Kooij und Gemma Bertagnolli und schloss sein Studium 2016 mit  dem Abschluss Master Alte Musik Gesang ab. Stimmlich wird er von Axel Heil in Hannover betreut.

 

Sein Repertoire umfasst im oratorischen Bereich unter anderem die Passionen, das Weihnachtsoratorium, das Magnificat und diverse Kantaten von J. S. Bach, Solomon und Dixit Dominus von G. F. Händel, G. B. Pergolesis Stabat Mater, Schütz' Historia der Geburt Christi und Musicalische Exequien, welche er mit verschiedenen Ensembles musizierte , unter anderem mit dem Neuen Bachischen Collegium Musicum, dem GewandhausChor im Gewandhaus Leipzig, dem Ensemble ColVoc, dem Leipziger Barockorchester, dem Fasch Ensemble, der Capella Fidicinia, der Fondazione Nepomuk Peyerl, Dem Carl Philipp Emmanuel Bach Chor und dem Bremer Barock Consort.

 

Ebenso ist er mit verschiedenen Vokalensembles aufgetreten und musizierte unter anderem die Motetten von Bach, Membra Jesu Nostri von Buxtehude, verschiedene  Madrigalen und die Vespro della Beata Vergine von Monteverdi, Leightons Tears or Lamentations of a Sorrowful Soul und Scheins Israelsbrünnlein.

 

Neben Repertoire der Barockzeit interessiert sich Ben Boresch für zeitgenössische Musik und neue Wege vokalen Ausdrucks. Er sang 2012 in der Uraufführung der Oper All diese Tage von Moritz Eggert die Rolle Stimmkünstler am Theater Bremen und performte bei der von klangpol veranstalteten Langen Nacht der Musik Werke von Aperghis, Berberian und Feldman. Ebenso sang er bei der Aufführung von Nonos Das atmende Klarsein zur Fête de la Musique in Bremen, die mit dem Soloflötisten der Uraufführung Roberto Fabbrigiani stattfand.

Er sang in der Schauspielproduktion von Peter Handkes Die Stunde, in der wir nichts voneinander wussten am Thaila Theater Hamburg mit der Musik von Lars Wittershagen. Diese Produktion gastierte unter anderem bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, dem Holland Festival in Amsterdam und den Wiener Festwochen im Theater an der Wien.

2019 war er in der Performance Wankelmut der Herzen im Landesmuseum Stuttgart zu sehen, in der verschiedene Konzepte von Beziehungen und Genderidentitäten mit der Musik von Claudio Monteverdi verschränkt wurden. Im selben Jahr war er Darsteller und Sänger in der Produktion Nicht zu Nah mit Kompositionen von Schubert und Andres Rico, die sich performativ mit sexueller Gewalt unter Geschwistern auseinandersetzt.

2021 war er in zwei Filmproduktionen zu sehen. Tränen der Daphne basiert musikalisch auf der Oper Gli amore di Apollo e di Dafne von Francesco Cavalli und setzt sich mit der Beziehung von Menschen und Pflanzen auseinander. Requiem für eine Illusion verbindet ausgewählte Dramenszenen von Jean Genet mit der Musik aus dem Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Engagements führten ihn neben dem Theater Bremen ans Staatstheater Oldenburg, wo er 2012 in der Kinderoper Frau Meier, die Amsel, komponiert von Kompositionstudenten der HFK Bremen, die Rolle der Amsel übernahm.

In der Spielzeit 2013/2014 war Ben Boresch als Emblemitglied am Staatstheater Oldenburg engagiert, wo er unter anderem als Orlofsky in Die Fledermaus von J. Strauß und der Uraufführung Der Fuchs, der den Verstand verlor von J. Broekman zu sehen war. 2016 war er als Sorceress in Purcells Dido and Aeneas in der Staatsoper Hamburg/Opera Stabile zu hören.

 

Außerdem ist Ben Boresch Mitglied des international erfolgreichen Pop-Acapellaensembles vocaldente.